
Ein kurzes Unterrichtsthema, welches sich z.B. gut in den letzten Wochen vor den Abschlussprüfungen unterbringen lässt, ist die Fotografie in der Street-Art. Hier haben sich Zehntklässler(innen) mit dem Künstler „Slinkachu“ beschäftigt, welcher durch die fotografische Inszenierung kleiner Modellbaufiguren (sur-)reale urbane Welten erschafft. Sein bekanntestes Werk ist der Bildband „Kleine Leute in der großen Stadt“ (Hoffmann und Kampe Verlags-GmbH, 2009).
Zum Einstieg in die Unterrichtseinheit zeigte ich den Lernenden Bildbeispiele des Künstlers in einer Beamer-Bildershow – der zuvor einmal überprüfte Suchauftrag über Google-Bilder hätte es aber wahrscheinlich auch getan. Anschließend erarbeiteten wir, was die Fotos gemeinsam hatten und legten somit zusammen unsere Kriterien fest. Sollten deine Lernenden mobile Endgeräte im Unterricht nutzen dürfen und eure Klassen-, bzw. Kunsträume über einen Beamer verfügen, empfehle ich dir die Funktion „Wordclourd“ bei Mentimeter, um die gesammelten Ergebnisse sichtbar zu machen und zu sichern. Eine Mind-Map an der Tafel würde aber natürlich auch ihren Zweck erfüllen!
„Das ist doch keine Kunst! Wofür brauch ich das?“
An dieser Stelle muss ich ehrlicherweise anmerken, dass ich nicht mit dem anfänglichen Widerstand gerechnet habe … tatsächlich gab es einige Jugendliche, die äußerten, dass „das doch keine Kunst“ sei. Dadurch entstand jedoch in zwei von drei Klassen eine interessante Diskussion darüber, was eigentlich Kunst ist, bzw. sein kann.
Anschließend erhielten die Lernenden den schriftlichen Arbeitsauftrag mit der Hausaufgabe, sich selbstständig um geeignete Figuren zu bemühen – erlaubt war dabei alles; sehr beliebt waren jedoch Lego- und Playmobil-Figuren.
… sollten sich auch in deiner Lerngruppe Kids befinden, die gerne mal vergessen, ihr Arbeitsmaterial mitzubringen, wären hier ein paar Ideen, um dem entgegenzuwirken:
In den darauf folgenden Sitzungen schulten die Lernenden während des Fotografierens weiter ihren ästhetischen Blick, indem sie sich streng an die Kriterien hielten:
Die in der Einführungsphase entstandenen Diskussion, was denn nun eigentlich Kunst sei und was nicht, ließ sich sehr gut zur abschließenden Bildbetrachtung nutzen: Warum ist das eine ein „gutes“ Bild, warum das andere eher nicht? Die Lernenden übten dadurch nicht nur, ihre subjektive Meinung vor anderen zu vertreten, sondern diese auch kriteriengestützt zu untermauern.
Eine gute Übung, sich mit fremden und/oder eigenen Bildinhalten auseinanderzusetzen ist übrigens die, sich Titel für die Werke auszudenken.
Als ergänzende Lernzielkontrolle wären sowohl ein Test über die Entstehungsgeschichte der Street-Art, als auch eine schriftliche Bildanalyse denkbar.
Es folgt eine kleine Auswahl der Fotoarbeiten der Jugendlichen, die ich verwenden durfte. Sämtliche Arbeitsmaterialien findest du in meinem eduki-Shop zum Download. Viel Spaß!
Weitere Unterrichtsideen:
Du oder eine andere Lehrkraft unterrichtet in dieser Lerngruppe das Fach Deutsch? Lass die Kids doch zu einem der Fotos (nicht dem eigenen) eine kurze Geschichte verfassen!
Noch ein Tipp:
Während ich diesen Blogartikel schreibe, sind die meisten Schulen in der Frage, ob Handys denn nun in der Schule erlaubt sind, oder nicht, sich selbst überlassen – meines Wissens nach verbietet aber die Überzahl der Schulen die Nutzung von Smartphones im Schulgebäude. Da diese Unterrichtseinheit jedoch darauf fußt, dass die Lernenden ihre eigenen Kameras – und somit in den meisten Fällen wohl das Smartphone – nutzen, empfehle ich die Verwendung von „Handypässen“, aus denen hervorgeht, dass die Nutzung der Handys für ein Kunstprojekt und nur für einen bestimmten Zeitraum erlaubt ist.
... eine komplett ausgearbeitete Unterrichtseinheit
zu diesem Thema findest du in meinem eduki-Shop!
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