
„Wie kann ich ein echtes Bild malen, Frau Schöning?“ – gute Frage. Was damit gemeint ist, wurde mir erst vor kurzem klar: Irgendwann stoßen wir bei unserer kreativen Arbeit auf Hürden, wenn uns das fehlende Know-How fehlt. Eine Landschaft wirkt dann schnell platt und pappig, statt tief und weit. Wie ein kleines bisschen Wissen über das Phänomen der Farbperspektive helfen kann, erfährt man hier:
Worum geht es?
Befinden wir uns in geschlossenen Räumen und die einzige Lichtquelle ist auf unserer Höhe (z.B., wenn wir einen dunklen Keller betreten und das Licht des Obergeschosses fällt noch ein paar Meter voraus), dann ist der am weitesten entfernte Punkt am dunkelsten. Befinden wir uns jedoch im Freien, lässt sich das Gegenteil beobachten: In der Ferne erscheinen die Farben heller, milchiger und erhalten teilweise einen Blaustich. Man spricht hier auch von der „Blauperspektive“. Die Farbperspektive geschieht durch Lichtbrechung.
Einstieg:
Als Einstieg in die Unterrichtseinheit „Farbperspektive: Tauchgang“ zeigte ich den Lernenden aus dem sechsten Jahrgang Bildbeispiele zum Thema Farbperspektive. Zunächst ganz allgemeine, weite Landschaften, auf denen man die Verblassung der Farben gut erkennen kann. Da ich mich in der glücklichen Lage befinde, dass alle Klassenräume an unserer Schule mit einem Beamer ausgestattet sind, musste ich nichts vorab ausdrucken und konnte den Kindern alles direkt über den Bildschirm zeigen.
Zwischensicherung:
Anschließend ließ ich die Lernenden sich dazu äußern, was ihnen aufgefallen war: Was hatten die Bilder gemeinsam? Danach sicherten wir unsere Beobachtungen an der Tafel:
Arbeitsauftrag & Bewertungskriterien:
Nun sollten die Kinder eigene Unterwasserbilder gestalten. Den Arbeitsauftrag und Bildbeispiele zu Meeresbewohnern erhielten die Lernenden schriftlich in Form eines Arbeitsblattes. Diesem konnten sie auch direkt die Bewertungskriterien entnehmen – wie bei einer Checkliste.
Differenzierung / didaktische Reserve:
Leistungsstarke Lernende übertrugen das Phänomen auf weitere Szenerien und übten dadurch das Mischen anderer „Farbfamilien“ (z.B. Afrika: von Gelb zu Rot, oder Nacht: von Schwarz zu Weiß.
Sicherung & Würdigung:
Eine Würdigung erfolgte durch einen abgewandelten Galeriegang, bei dem die Lernenden, die ihre Werke zeigen wollten, auf ihren Plätzen liegen ließen und die Lerngruppe umherging, um zu sehen, was die anderen für Produkte erstellt hatten. Anschließend durften einzelne Kinder ihr Lieblingsbild benennen und begründen, was ihnen am besten gefiel – natürlich wurden hier insbesondere die Bilder der Freund*innen genannt – um das zu vermeiden, könnte man die Bilder „gemischt“ aufhängen und betrachten lassen. Dieses Verfahren setzt allerdings eine gute Gruppengemeinschaft voraus.
Ein Präsentieren der eigenen Werke erfolgt bei mir im Kunstunterricht im Übrigen immer nur auf Freiwilligenbasis (es sei denn, es war im Vorfeld angekündigt und/oder gehört sogar zur Leistungsbewertung) und erst nach meiner Benotung, um den Kindern so viel Sicherheit, bzw. Selbstvertrauen wie möglich bieten zu können.
... eine komplett ausgearbeitete Unterrichtseinheit
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